Inklusion statt Integration!

Der Hauptziel der UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist es, die Chancengleichheit behinderter Menschen zu fördern und ihre Diskriminierung in der Gesellschaft unterzubinden.
Während in Österreich nach wie vor von Integration gesprochen wird, geht die UN-Konvention einen Schritt weiter und verlangt soziale Inklusion.

Der Unterschied mag winzig ausschauen, er bedeutet aber eine ganz andere Meinungsvorstellung. Bei Integration geht es darum, Ausgesonderte zu integrieren. Bei Inklusion soll allen Menschen von vornherein die Teilnahme an die Gesellschaft ermöglicht sein, wobei ihre Autonomie und Unabhängigkeit gewahrt bleiben sollen.
Dies gilt natürlich nicht nur für Diskriminierung aufgrund der Behinderung sondern allgemein.

Menschen mit Behinderungen haben nicht die Aufgabe, ihre Bedürfnisse an gesellschaftliche Notwendigkeiten anzupassen, sondern die Gesellschaft hat die Aufgabe, sich auf die Bedürfnisse alle einzustellen.
Im Artikel 3 der Konvention1 ist zu lesen:

„Die volle und wirksamme Teilhabe an der Gesellschaft und Einbeziehung in die Gesellschaft“
„Die Achtung vor der Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderungen und die Akzeptanz dieser Menschen als Teil der menschlichen Vielfalt und der Menschheit.“

Die Konvention soll dabei helfen, Menschen mit Behinderungen nicht als defizitär zu sehen, und die Gesellschaft von ihrer Gesundheits- und Normalitätsfixierung abzubringen.
Jeder Mensch wird ein seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert und hat die Möglichkeit, in vollen Umfang an ihr teilzuhaben und teilzunehmen.
Das Vorhandensein Unterschiede soll von der Gesellschaft weder in Frage gestellt noch als Besonderheit gesehen werden.

Inklusion beschreibt die Gleichwertigkeit eines Individuums, ohne das Normalität vorausgesetzt wird: normal ist Vielfalt. Einzelne Personen sind nicht mehr gezwungen, Normen zu erfüllen, sondern die Gesellschaft muss die nötige Strukturen schaffen.2

Da wir einen besonderen Bezug zum Thema Schule haben, muss ich den „Index für Inklusion“3 erwähnen, der eine Materialsammlung und einen praktischen Zugang bietet, um eine „Schule für alle“ zu entwickeln.

  1. UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen
  2. http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Inklusion
  3. Index für Inklusion, T. Booth & M. Ainscow, Center for Studies in Inclusive Education
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