behinderungcia – Was ist das?

Behinderung bezeichnet die dauerhafte und gravierende Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe einer Person, verursacht durch das Zusammenspiel ungünstiger Umweltfaktoren (Barrieren) und solcher Eigenschaften der behinderten Person, die die Überwindung der Barrieren erschweren oder unmöglich machen. Behindernd wirken in der Umwelt des behinderten Menschen sowohl Alltagsgegenstände und Einrichtungen (physikalische Faktoren) als auch die Einstellung anderer Menschen (soziale Faktoren).[1]

Was sind Barrieren? Mitunter wird statt „Barrierefreiheit“ auch der Begriff „Zugänglichkeit“ (abgeleitet vom englischen „accessibility“) verwendet. Im Zusammenhang mit dem Internet verzichtet man häufig ganz auf eine Übersetzung und nutzt das englische Wort. Häufig gebraucht wird auch immer noch der inzwischen aus der Mode gekommene Begriff „behindertengerecht“, obgleich Barrierefreiheit die Zugänglichkeit und Benutzbarkeit für alle Menschen bedeutet – nicht nur für die mit Behinderungen. Daher wird in letzter Zeit oft auf diesen Begriff verzichtet, wenn tatsächlich nur die leichte Zugänglichkeit gemeint ist. Umgekehrt umfasst der Begriff „behindertengerecht“ auch Maßnahmen, die z.B. Blinden oder geistig behinderten Menschen zugutekommen. Weil der Abbau aller Barrieren oft unmöglich ist, nimmt man häufig auch den Begriff „Barrierearmut.“[2]

Als Behinderung wird in der (österr.) Gesetzeswelt die Auswirkung einer körperlichen, geistigen oder psychischen Funktionsbeeinträchtigung oder einer Beeinträchtigung der Sinnesfunktionen bezeichnet, die nicht nur vorübergehend vorliegt (d.h. länger als sechs Monate) und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschweren kann. Der Diskriminierungsschutz dieser Gesetze gilt für körperlich, geistig und psychisch behinderte sowie sinnesbehinderte Menschen und auch für deren Angehörige. Um sich auf den Diskriminierungsschutz berufen zu können, muss das Vorliegen einer Behinderung nicht amtlich festgestellt worden sein, es muss allerdings ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Behinderung und Diskriminierung bestehen.[3]

„Barrierefreiheit“ in Österreich ist formuliert als „… eine wesentliche Voraussetzung für ihre [der Behinderten] gesellschaftliche Teilhabe in allen Lebensbereichen […]“[4]

Soweit zu den Definitionsmöglichkeiten von „Behinderung“ im Allgemeinen.

Wir möchten jedoch hier eine Gesprächs- und Nachschlageplattform eröffnen, die uns Bereicherung und Ermöglichung in diesen Bereichen bietet.

Hier geht unsere Fragestellung in Richtung Barrieren und deren Abbau am Weg zum Frau- und Mannsein. Dazu sei auch hier zuerst allgemein formuliert: Da es die vielfältigsten Behinderungen gibt, ist Barrierefreiheit lediglich ein Ideal, dem sich die Realität nur annähern kann. Insbesondere die Natur selbst schafft immer wieder Barrieren, die auch von nicht behinderten Menschen nur schwer zu überwinden sind. Alle durch Leistungseinschränkungen bewirkten Handicaps durch technische Maßnahmen zu kompensieren ist unmöglich, widerspräche zudem auch anderen Idealen (z. B. dem der Naturnähe: Alle Wanderwege behindertengerecht herzurichten könnte auch als Verschandelung der Natur bewertet werden).

Die Nutzung barrierefreier Angebote wird teils erschwert durch mangelnde Informationen sowohl über barrierefreie als auch behindernde Einrichtungen. So werden beispielsweise in Eingangsbereichen und innerhalb von Gebäuden vorhandene Barrieren durch standardisierte Reisekataloge oftmals nicht vermerkt.[5]

Dieser Blog ist eingerichtet und wird bedient von drei Studentinnen der Universität Wien, die sich im Rahmen eines Seminars zum Thema „Diversity und Gender“ auf akademischem Niveau hier so ihre Gedanken machen möchten;

Und wir hoffen, dass viele Kommentare zu unseren Blogs ein weiterbringendes und lernendes Gespräch in der so hier entstehenden Community ermöglichen.

Daraus erklärt sich auch der Name unserer Blog-Adresse, denn die drei Endbuchstaben geben den jeweils ersten Buchstaben unserer Vornamen an, mit denen wir auch unsere Artikel unterschreiben werden.

In meinem nächsten Artikel hier möchte ich dann die Fragerichtung und kommenden Blogeinrichtungen noch genauer beschreiben…

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Comments
2 Responses to “behinderungcia – Was ist das?”
  1. Surelia sagt:

    Zum Thema Barrierefreiheit habe ich vor kurzem eine nette „Nutzenrechnung“ gefunden. Eine Studie des BMWI aus dem Jahr 2004 mit dem Titel „Ökolgische Impulse eunes barrierefreien Tourismus für alle“ besagt: „Eine barrierefreie Umwelt ist für 10 Prozent der Bevölkerung zwingend erforderlich, für 30 bis 40 Prozent notwendig und für 100 Prozent komfortabel und ein Qualitätsmerkmal.“ In meinen Augen kann man diese Aussage auf vielen verschiedenen Ebenen auslegen. Ich will hier aber nur oberflächlich auf deren Richtung eingehen. EInerseits ist es schön zu wissen, dass der Aufwand, der meist mit der Umsetzung von Barrierefreiheit verbunden ist, nicht nur ein paar einzelnen Leuten, sondern vielen, ja sogar uns allen nützt. Andererseits ist es eigentlich traurig, dass wir anscheinend nur dann etwas für andere tun, wenn es uns auch selbst etwas nützt. Diesen Punkt sieht man auch schon am Initiator und Titel der oben genannten Studie.
    Ich denke, dass sich dieses Zitat auch in Richtung des eigentlichen Blogthemas weiterführen lässt.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Surelia

  2. Ich habe noch eine Definition gefunden. Behinderung wird nach Cloerkes http://www.ph-heidelberg.de/org/soziobeh/texte.htm definiert als sichtbare Abweichung im körperlichen, geistigen oder seelischen Bereich, der allgemein ein entschieden negativer Wert zugeschrieben wird. „Das bedeutet, dass ein Mensch behindert ist, wenn er von den Erwartungen in unerwünschter Weise abweicht und deshalb die Reaktion negativ auf ihn ist. Die Behinderung knüpft in der Regel an eine Beeinträchtigung oder Schädigung auf der organische Ebene an, ist aber eben nicht auf diese zu reduzieren. Insofern unterscheidet die Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation zwischen IMPAIMENT als Schädigung auf der organischen Ebene, DISABILITY als Störung auf der personalen Ebene und schließlich dem HANDICAP auf der sozialen Ebene als negative Konsequenzen bezüglich sozialer und kultureller Aktivitäten.
    Zirka 10 % der Bevölkerung gelten als behindert…“*

    *(Birgit Rommelspacher: Behindertenfeindlichkeit. Ausgrenzungen und Vereinnahmungen/lamuv/1999. S.11)

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